Grunderwerbsteuer

04.07.2013

Grunderwerbsteuer - auch beim Anteilsverkauf im Ausland

Wichtig zu wissen ist, dass es für Zwecke der Grunderwerbsteuer nicht darauf ankommt, ob es sich um eine deutsche oder ausländische Gesellschaft handelt, die - direkt oder indirekt - Grundbesitz hat. Auch der Verkauf von mehr als 95% der Anteile an einer dänischen A/S, einer englischen Ltd. oder einer luxemburgischen Sarl kann Grunderwerbsteuer in Deutschland auslösen! Dieser Umstand ist im Ausland weithin unbekannt und kann zu bösen Überraschungen führen. Nehmen wir an, eine deutsche GmbH ist Eigentümerin ihres Betriebsgrundstücks. Alle Anteile an der GmbH gehören einer dänischen Muttergesellschaft. Eines Tages wird die dänische Muttergesellschaft von einem anderen Konzern übernommen. Alle dänischen Anteile wechseln den Eigentümer. In Deutschland fällt dies nicht auf: Im Grundbuch ist nach wie vor die GmbH als Eigentümerin des Grundstücks eingetragen.

 

Dennoch: Durch die Übertragung der Anteile an der Muttergesellschaft ist – mittelbar – ein neuer Rechtsträger Eigentümer des deutschen Grundstücks geworden und damit ist deutsche Grunderwerbsteuer angefallen. Sobald das deutsche Finanzamt davon Kenntnis erhält, wird ein Grunderwerbsteuerbescheid ergehen, und zwar mit Zuschlag von 6% Zinsen p.a. rückwirkend auf den Zeitpunkt der Übertragung der Anteile.