EEG 2014 (Stand: Januar 2014)

23.01.2014

Langsam werden die Pläne der Großen Koalition aus Konservativen und Sozialdemokraten, wie das neue EEG aussehen soll, konkreter. Am 22.1.2014 hat die Regierung dem sogenannten Eckpunkte-Papier zugestimmt, das der jetzt für Erneuerbare Energien zuständige Minister Gabriel (SPD) vorgelegt hat. Nachstehend wollen wir die für die Onshore-Windkraft wichtigsten Punkte beschreiben, die in diesem Regierungsplan festgelegt wurden:

 

I. Herabsetzung der Vergütung

- Managementprämie, Repowering-Bonus und SDL-Bonus fallen weg.

 

- Die "durchschnittliche Vergütung an ertragreichen Standorten" über eine 20jährige Laufzeit soll 10 bis 20 % unter dem Niveau des Jahres 2013 liegen. Wieviel genau gekürzt werden wird, bleibt noch unklar- man muss wohl annehmen, dass die Anfangsvergütung etwa 8 €ct/kWh betragen wird.

 

- Die Anfangsvergütung soll weiterhin für 5 Jahre fest gezahlt werden. Das Referenzmodell wird nach diesem Plan dann aber deutlich verschärft: Während bisher die hohe Anfangsvergütung für alle Standorte mit maximal 82,5% für volle 15 Kalenderjahre weitergezahlt wird, soll diese Schwelle auf 77,5% herabgesetzt werden. Auf der anderen Seite der Skala steht der Standort mit 130% des Referenzertrages (bisher 150%), der nach Ablauf der ersten 5 Jahre nur noch eine Mindestvergütung von 4,95 €ct/kWh erhalten soll. Zwischen diesen beiden Eckpunkten wird linear interpoliert.

 

II. Atmender Deckel

Zukünftig sollen jährlich 2,4 bis 2,6 GW Windenergie an Land zusätzlich installiert werden (zum Vergleich: 2011 waren es 2,323, 2012 2,846 GW). Der tatsächliche Zubau der letzten vier Quartale bestimmt dann die Höhe der Anfangsvergütung für WEA, die 12 Monate später in Betrieb genommen werden. Diese Vorgehensweise, die jede verlässliche Planung erschwert (wenn nicht unmöglich macht), hat den euphemistischen Namen "atmender Deckel" bekommen. Die Methode wurde von der Photovoltaik übernommen, wo sie schon seit dem EEG 2012 praktiziert wird; dabei übersieht die Regierung, dass PV-Projekte eine wesentlich kürzere Planungs- und Vorlaufzeit (teilweise nur 1 bis 2 Monate) haben als Windprojekte.

 

Bei einem Zubau von 2,4 bis 2,6 GW innerhalb von 12 Monaten wird die Anfangsvergütung für WEA jedes Quartal um 0,4% herabgesetzt (das entspricht ca. 1,59% p.a. gegenüber den jetzigen 1,5%). Bei Über- oder Unterschreitung dieses sogenannten Korridors (gleichermaßen in beide Richtungen) erfolgt eine Anpassung der Degression. Die Degression soll in 200MW-Stufen gestaffelt werden, wobei in den ersten zwei Stufen jeweils 0,1 Prozentpunkte angepasst werden, danach dreimal 0,2 Prozentpunkte.

 

Damit der Stand des Ausbaus richtig berechnet werden kann, wird nach dem Eckpunktepapier eine Berichtspflicht für neue Anlagen eingeführt.

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